Von Andreas Niessl
WM Datenservice hat über den aktuellen Stand des Projekts Fontus informiert. Demnach sollen die angekündigten Anpassungen an zentraler Architektur, KI-Readiness, Projekt-Governance und Masterplanung noch im September finalisiert werden. Anfang Oktober will WM die neue Gesamtplanung und die darin enthaltene Vorgehensweise seinen Gremien zur Genehmigung vorlegen.
Die ursprünglich für den 29. September 2026 geplante Fontus User Group wird deshalb auf den 27. Oktober verschoben. Nach erfolgreicher Genehmigung sollen dort die für die angeschlossenen Institute relevanten Planungsaspekte vorgestellt und gemeinsam besprochen werden.
Masterplanung einschließlich Hypercare-Phase erarbeitet
Seit der letzten Fontus User Group hat WM das Projekt nach eigenen Angaben auf mehreren Ebenen weiterentwickelt. Der bisherige PoC 3 wird als Fontus Execution Engine (FEE) zur zentralen Verarbeitungskomponente beziehungsweise Rule Engine der Plattform. Die Integration in die bestehende Fontus-Architektur sei konzeptionell und technisch vorbereitet. Erste Details dazu hatte ich in meinem letzten Fontus-Update vom 23. Juni 2026 skizziert.
Weiter teilt WM aktuell mit, dass die Projekt-Governance in einem Transformation Office neu strukturiert wurde. Auf Grundlage einer detaillierten Work Breakdown Structure hat WM nach eigenen Angaben eine neue Masterplanung einschließlich der Hypercare-Phase erarbeitet. Fachliche und technische Anforderungen seien weiter konkretisiert und offene Punkte reduziert worden.
Ergänzend setzt WM neue Technologie ein, um bestehenden Host-Code in Business-Logik zu übersetzen und mit den für Fontus definierten fachlichen Anforderungen abzugleichen.
Host-Kapazitäten sollen Betrieb bis mindestens 2030 absichern
Parallel arbeitet der Finanzdatenanbieter an der bestehenden Host-Infrastruktur, über die die Kunden bis zur Implementierung von Fontus weiterhin beliefert werden. Das Upgrade von IBM z15 auf IBM z17 ist nach Angaben des Unternehmens abgeschlossen und habe die Verarbeitungskapazität um rund 25 Prozent erhöht. Zusätzlich wurde das Storage-System erneuert. Die Verarbeitungslaufzeiten hätten sich dadurch bereits um etwa 1,5 Stunden verkürzt. Dies ist bei den Kunden in den Auslieferungszeiten bereits erkennbar. Weitere Kapazitäten sollen durch eine Analyse und Optimierung der Batch-Prozesse entstehen.
Auf Basis der aktuellen Hochrechnung zur Entwicklung von Datenvolumina und Konsumverhalten geht WM davon aus, mit den zusätzlichen Kapazitäten mindestens bis 2030 einen Betrieb in den gewohnten Laufzeiten sicherstellen zu können.
D20-Dokumentation redaktionell überarbeitet
Auch die Kundendokumentation wurde weiter angepasst. Nach der Überarbeitung von D31 hat WM nun redaktionelle Änderungen an D20 vorgenommen. Diese sollen Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit verbessern; die inhaltliche Substanz bleibt laut WM unverändert.
Weitere Details zur neuen Gesamtplanung sollen nach der vorgesehenen Genehmigung in der Fontus User Group am 27. Oktober folgen.
Für Fragen oder kurzfristige Unterstützung erreichen Sie unser Team auch direkt unter: fontus@dps.de
Das Thema Fontus wird von unserem Capital-Markets-Team seit 2024 in mittlerweile acht weiteren veröffentlichten Beiträgen begleitet. Eine Auflistung der Artikel finden Sie hier.